Im Interview mit Manfred Lührs

„Strom hat mich schon immer interessiert und fasziniert. Da kann man so viel mit machen – wenn man ihn vernünftig erzeugt“, erzählt Manfred Lührs. Aus dieser Begeisterung entstand am 2. Oktober 1995 die Idee zur Gründung von 8.2.

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Seit seiner Jugend hat Manfred Lührs das Thema Energie fasziniert. „Strom finde ich einfach praktisch. Da kann man so viel mit machen, aber man muss ihn eben vernünftig erzeugen“, sagt er im Gespräch. Mit dieser Überzeugung gründete er am 2. Oktober 1995 die erste 8.2 Firma und damit das heutige Expert:innennetzwerk, dem auch wir angehören. Heute blickt der Firmengründer auf eine Entwicklung zurück, die erneuerbare Energien und unabhängige Beratung fest miteinander verknüpft.

Manfred, ganz salopp gefragt: Wer bist du eigentlich?

M. Lührs:

Ich bin jemand, der sich schon immer dafür interessiert hat, Kilowattstunden zu produzieren. Das hat mich schon immer fasziniert. Ich habe mit 15 Jahren bei "Jugend forscht" teilgenommen und seitdem hat mich dieses Thema umgetrieben - wie funktioniert das eigentlich mit dem Strom? Wie produziert man den?

Kannst du dich noch an dein Projekt bei "Jugend forscht" erinnern?

M: Lührs:

Ja, natürlich kann ich mich daran erinnern. Ich habe eine Lauflichtanlage gebaut. Etwas, was später normal war. Das kennt man aus allen möglichen Geschäften auch heute noch. Damals mit Leuchtionen gemacht, sodass Buchstaben und Zahlen durchlaufen. Ich muss dazu sagen, das war mein Bruder, der ist 17 Jahre älter, der hatte die Idee, durfte aber nicht mehr bei "Jugend forscht" teilnehmen. Da musste der kleine Bruder mit 15 Jahren ran. Und dann haben wir die ganzen Weihnachtsferien gemacht und getan. Das Projekt war nicht sehr erfolgreich, wir hatten so wenig Geld, dass wir uns die Sachen alle selbst bauen mussten. Den Trafo haben wir zum Bespiel selbst gewickelt. Wir haben im Rathaus gewohnt. Und dann mussten wir vom Erdgeschoss in den ersten Stock, da war der Trafokern, das Kabel durchführen, zum Dachboden hoch und dann mit dem Kabel wieder zurück zum Kern und wieder runter ins Erdgeschoss. Und das drei Tage lang. Nur damit wir keinen kaufen mussten.

Der Trafo war leider nicht richtig isoliert, da mir eine Zange reingefallen war und dann war der Trafo kaputt. Und so ging die ganze Lauflichtanlage nicht mehr. Das war meine "Jugend forscht"-Teilnahme. Aber das Interesse daran, wie man Kilowattstunden produziert, kam so. Und später habe ich dann meine ersten Windmühlen und Autoleuchten gebaut. Das waren meine Anfänge.

Was war deine Motivation als du 8.2 gegründet hast?

M.Lührs:

Ich war vorher selbst Hersteller gewesen bei einer kleinen Firma. Da haben wir 30 Kilowatt Anlagen gebaut und ab 1990 war ich Vertriebsleiter bei dem damals größten deutschen Anlagenhersteller. Ich hatte die Personalnummer 50, als ich dort anfing. Und zwischendrin waren das dann mal 18.000 Mitarbeiter.

Dort habe ich aber gemerkt, dass die Hersteller mit den Kunden nicht unbedingt gut umgingen. „Verheimlichen was nicht funktioniert“, das fiel mir bei meiner eigenen Firma auf. Ich als Vertriebsleiter sitze dann bei einem Kunden, in der Regel waren das früher Landwirte, und dann fragte mich der Landwirt: „Da, eure Anlage nebenan, drei Kilometer entfernt, warum habt ihr die denn jetzt letzte Woche runtergenommen?“ Und ich wusste das nicht. Das geht nicht. Und deswegen nenne ich uns von 8.2 auch immer gerne die „technischen Anwälte der Betreiber“. Ich wollte mehr die Betreiber vertreten. Deren Rechte versuchen durchzusetzen. Das war meine Motivation: Den Kunden zu helfen.

Eine weitere Motivation war es, dass ich als Vertriebsleiter abends viel gearbeitet hatte. Nachts bin ich oft noch nach Hause gefahren, weil die Kunden oft nur abends Zeit hatten. Ich hatte eine Familie gegründet und wollte es etwas ruhiger haben. Deswegen habe ich mich selbstständig gemacht. Aber das funktionierte nicht. Nach einem halben Jahr hatte ich genau so viel zu tun wie vorher. Die Firma ist am 02. Oktober 1995 gegründet worden und im Frühjahr 1996 hatte ich ein Großauftrag: 17 Anlagen überprüfen auf der Insel Fehmarn. Da habe ich dann drei Wochen beigesessen. Allein, und nachdem ich nach drei Wochen diese 17 Anlagen fertig hatte, da habe ich gesagt, „Das machst du nie wieder. Was machst du, wenn jetzt morgen ein Auftrag kommt mit 50 Anlagen?!“. Und so ist der Gedanke entstanden, „Ich brauche noch ein zweites Büro“. So ist schlussendlich die 8.2 Group entstanden: Zwei Jahre später rief mich Jürgen Holzmüller an, den ich von meiner ehemaligen Firma kannte und der wollte sich selbstständig machen. Da kam der entscheidende Punkt von meiner Seite: Ich sagte zu Jürgen, „Mach dich doch selbstständig unter dem Namen 8.2.“.

So hat es funktioniert und ging immer weiter.

Wofür steht die 8.2?

M. Lührs:

8.2 besteht aus vielen selbstständigen Büros. Vom „Ein-Mann-Betrieb“ bis hin zu 40 Mitarbeitern. Wenn wir große Aufträge haben, dann arbeiten wir zusammen und kleinere Sachen funktionieren eben intern. Da unterscheidet sich 8.2 von anderen konventionellen Unternehmen. Die haben ihren Boss oben in der Hierarchieebene und darunter die Inspektoren. Wir haben das ebenso gemacht, dass eine Vielzahl der Inspektoren auch ihre eigenen Chefs sind. Und das ist auch Teil unseres Erfolgs.

Und was genau heißt „8.2“ ?

M. Lührs:

Die Originalgeschichte ist abgeguckt von den Schraubenköpfen. Bei den 6-Kant-Schraubenköpfen steht die Festigkeit obendrauf. 8.8 ist eine übliche Schraubengröße bei der Windenergie, 10.9 und 12.9. Diese drei werden in der Regel verwendet. Und das war so die Idee mit „8.“. So und dass es dann 8.2 geworden ist, liegt daran, dass acht und zwei meine Lieblingszahlen sind.

Damals war es noch ein Risiko diesen Namen zu wählen, denn das war einfach ungewöhnlich. Ich war mir nicht sicher, ob unsere größten Kunden diesen Namen akzeptieren. Doch 1996 kam dann das Internet und da war es dann genial. Dort waren solche Bezeichnungen üblich. Das war einfach zu merken und einzutippen und so findet man uns. Und das war im Nachhinein ein weiterer Großteil unseres Erfolgs. Wenn Kongresse waren, und immer noch sind, tauchen wir immer am Anfang auf.

Was motiviert dich heute?

M. Lührs:

Die Motivation früher war Kilowattstunden zu produzieren. Was sich geändert hat: Wenn ihr durch die Landschaft fahrt, dann seht ihr Anlagen die abgeschaltet sind. Das ist eine Sache, die mich aufregt. Wir haben die Anlagen gebaut damit sie produzieren. Nicht um sie abzuschalten.

Das hat mit Motivation nichts zu tun, aber so hat sich das leider entwickelt. Das ist übel. Die Windräder stehen nicht still, weil dort ein Sachverständiger dran arbeitet, sondern weil man den Strom nicht gebrauchen kann. Das Problem haben wir seit mehreren Jahrzehnten.

Wind und Sonne funktionieren eben nicht den ganzen Tag. Eine fluktuelle Energie zu einer gleichbleibenden Energie zu verwandeln geht nur über speichern. Wir sehen gerade, die Entwicklung des Batteriespeichers ist im Kommen, nur, die sind alle viel zu klein gebaut. Wir brauchen Langzeitspeicher. Wir müssen die Energie der Photovoltaik aus dem Sommer in den Winter rein retten. Und das geht nur über große Speicher und über Wasserstoff.

Ich wollte immer viele Ingenieure und Ingenieurinnen haben und das hat geklappt!

Vielen Dank für deine spannenden Antworten, Manfred!

M. Lührs:

Ja, sehr gerne!




Damit Windräder in Zukunft nicht stillstehen müssen, gewinnen Batteriespeichersysteme zunehmend an Bedeutung und hiermit auch die Nachfrage nach normgerechter Zertifizierung. Neben den technischen Anforderungen an die Anlagen selbst rücken insbesondere die formalen Voraussetzungen für den Netzanschluss stärker in den Fokus.

In diesem Zusammenhang übernehmen wir die Zertifizierung von Batteriespeichersystemen und prüfen die entsprechenden Anlagenzertifikate und Konformitätserklärungen, die für den sicheren und regelkonformen Betrieb erforderlich sind. Sie möchten ein unverbindliches Angebot hierzu anfragen? Klicken Sie bitte hier.

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